Beacon-Technology

Eine Studie hat ergeben, dass Reisende wesentlich kommunikativer sind, als Menschen, die sich an einem festen Ort aufhalten. Aus diesem Grund soll nun an Bahnhöfen die neue Generation der Smartphone-Werbung erprobt werden. In Abhängigkeit von seinem Standort poppen Offerten dann auf dem Handy auf.

Beteiligt daran sind unter anderem die Deutsche Bahn und die Firma Stöer, welche bundesweit unzählige Flächen für die Außenwerbung anbietet. Die neuartige Werbung soll interaktiv gestaltet sein. Neben dem Smartphone als Endgerät für den Nutzer ist ein so genannter Beacon-Sender für diese Werbung unabdingbar. Diese kleinen Bluetooth-Sender finden sich in den Plakatwänden auf Bahnhöfen. Im Umkreis von 30 Metern können dann Signale empfangen werden, die nach Installation einer App auf dem Smartphone zu Pop-Up-Nachrichten führen. Somit sind diese Offerten regional und können beispielsweise Rabatt-Gutscheine für den Bäcker um die Ecke enthalten.

Noch befindet sich die Werbung mit den Beacon-Sendern in der Testphase. Ob sie danach der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird, stellt sich nach der Erprobung heraus. Als besonders kritisch wird der Eingriff in die Privatsphäre erachtet. Durch die App und die Sensoren werden die genauen Aufenthaltsorte der Nutzer ermittelt. Inwiefern das als störend empfunden wird, müssen die User entscheiden. Fakt ist, dass die aufpoppende Werbung so gut sein muss, dass die Nutzer über diesen Eingriff hinwegsehen können. Die Offerten müssen einen Mehrwert für die Betrachter haben.

Diese Technologie ist auch für andere Bereiche ein Fortschritt. Die Ortung innerhalb von Gebäuden war bisher eher schwierig. Mit versteckten Sensoren könnte ein Fahrgastleitsystem in komplizierten und mehrstöckigen Bahnhöfen, wie dem Bahnhof Berlin Friedrichstraße, konzipiert werden oder das Finden von Produkten im Supermarkt erleichtert werden.

Beacon-Sensoren haben mit Sicherheit vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Ob und inwiefern sich diese kleinen Sender in der Werbebranche durchsetzen können, muss erst noch in der 100-tägigen Probephase herausgefunden werden. Personalisierte Werbung ist für die Werbenden immer eine Gratwanderung. Sensible Daten werden vom Umworbenen nur unter gewissen Umständen hergegeben.