Vor über 90 Jahren hatte ein Mann eine geniale Spiel-Idee. Der Stuttgarter Möbelfabrikant Carl Mayer erfand ein Spiel mit zwei Blechfiguren, deren rechtes Bein jeweils auf Knopfdruck einen zwölfeckigen zweifarbigen Würfel ins Tor schießen muss. Leider entwickelte sich das Spiel, welches 1921 zum Patent angemeldet wurde, zunächst zum Flop.

Drei Jahre später kaufte der Uhrenexportkaufmann Edwin Mieg das Tipp-Kick Patent. Dieser ließ sich das Spiel noch im selben Jahr als Fußballbrettspiel patentieren, welches sich durch Aufstellfiguren kennzeichnet, die mit ihren Füßen den Ball in bekannter Weise anstoßen können. Die Figuren werden im Gegensatz zu ihren Vorgängern nicht aus Blech hergestellt, sondern aus Blei begossen. Der Ball besteht zudem aus Presskork.

Tipp-Kick Fußball

Da ein gutes Produkt auch eine ausgeklügelte Marketing- und Vertriebsstrategie benötigt, präsentierte Edwin Mieg sein Tipp-Kick Spiel aus Geldmangel zunächst am Eingang zur Spielwarenmesse in Leipzig 1926. Nicht nur die Messebesucher waren begeistert. Ein Sporthaus aus Chemnitz bestellte daraufhin 144 Spiele. Es dauerte nicht lange bis weitere Großaufträge folgten. Zwischen den Weltmeisterschaften 1934 in Italien und 1938 in Frankreich wurden beachtliche 180.000 Tipp-Kick Spiele verkauft. Daraufhin errichtete Mieg ein eigenes Fabrikgebäude.

Mit dem Beginn der Fußball-Bundesliga im Jahr 1963 wurden die Top-Kicker auch als Tipp-Kick Spieler hergestellt. 1967 kaufte die Firma Mieg für 1.000 DM die Rechte am Namen und der Abbildung von Gerd Müller, damals noch unbekannt. Rechtzeitig zur Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland wurden Tipp-Kick Spiele mit Fußball-Stars der teilnehmenden Nationalteams produziert.

Heute wird das Unternehmen Mieg bereits in der dritten Generation von den Enkeln Jochen und Mathias Mieg geleitet. Sehen Sie hier den aktuellen Tipp-Kick Imagefilm: