"Rauchen kann tödlich sein!"

Diesen oder ähnliche Warnungen sind auf jeder Zigarettenschachtel oder anderen Tabakprodukten zu finden. Leider halten sie nicht genug Leute von dieser Sucht ab.

Nach der neuen EU-Richtlinie sollen die Warnhinweise 65% der Vorder- und Rückseite der Verpackungen bedecken und müssen durch Bilder unterstützt werden. Bis Mai 2016 hat die Bundesregierung Zeit die neue Richtlinie in deutsches Recht umzusetzen.

„Wir gehen weiter!“

Christian Schmid, Ernährungsminister, will allerdings einen Schritt weiter gehen und die Außen- und Kinowerbung für Tabakwaren komplett verbieten. Deutschland ist ohnehin neben Bulgarien das einzige Land in der Europäischen Union, in dem dieses Verbot noch nicht durchgesetzt wurde. Die EU-Richtlinie ist aber nicht nur für die "klassischen" Raucher interessant: Aromen und Zusatzstoffe (bspw. Menthol) sollen in der EU verboten werden. Genauso werden erstmalig die E-Zigaretten unter die Rechtlinie fallen. Sollte der Vorschlang von Herr Schmidt durchgesetzt werden, würde die Tabakindustrie enorme Umsatzeinbußen verzeichnen müssen.

Werbung in der Tabakbranche

Die Außenwerbung für Zigaretten hat  bei einem gesundheitsschädigenden Produkt wie diesem einiges an Imagearbeit zu leisten, weshalb die Marketing-Kampagnen schon von Beginn an sehr kreativ sein mussten. 

 The Marlboro Man (1954)

Bei Marlboro schweifen die Gedanken sofort zum robusten, knallharten Mann mit dem Cowboy Hut. Umso überraschender ist es, dass die Marke vor der geschickten Marketingarbeit als Frauenzigarette galt. Die schädliche Wirkung von Zigaretten wurde gerade erst entdeckt und die Tabakindustrie war gezwungen den Filter einzuführen - womit die Zigarette als weniger schädlich erscheinen sollte. Um diese irgendwie an den Mann zu bringen, musste der Marlboro Man erfunden werden, denn der "mild as may" Slogan (Kampagne die der Marlboro Man abgelöst hat) wäre dem Job definitiv nicht gewachsen gewesen. 

www.NationalLawForum.com

Joe Camel  (1988)

Joe Camel wurde ein zentraler Punkt in den strengen Vorschriften für Tabakindustrie. Das Tabakunternehmen R.J. Reynolds feierte den 75. Geburtstag der Marke "Camel" mit einer neuen Kampagne. Inspiriert von der British Camel  Werbung, einem Jagdflugzeug, hat auch R.J. Reynolds ein Cartoon-Kamel als Hauptfigur gewählt, was zu einer Reihe von Anklagen führte. R.J. Raynold wurde vorgeworfen, dass die Werbung für Tabakwaren in Form eines Cartoons für rapide steigende Zahlen der Raucher im Teenagealter geführt hat. 1988 waren es "nur" $6 Millionen Umsatz die von Teenagern kamen, 1992 waren es allerdings bereits  $476 Millionen. Aus diesem Grund wurde Joe Camel 1997 in die Rente geschickt als 1998 ein Verbot zu Verwendung von Cartoon - Motiven bei Tabakwarenwerbung verabschiedet wurde. 

 

from „Stanford School of medicine“