Wenn Werbekampagnen schief gehen, bedeutet das nicht nur einen finanziellen Verlust für das Unternehmen. Auch ein nachhaltig geschädigtes Image kann die Folge einer solchen Werbung sein. Manchmal schafft aber auch erst das Scheitern einer Kampagne die gewünschte Aufmerksamkeit.

Unter dem Titel „Forever Faster“ startete Puma seine Kampagne Anfang August. Die Werbung läuft auf allen Kanälen. Der TV-Spot ruft alle „Troublemakers“ auf, rebellisch und risikofreudig und so erfolgreich zu sein. Werbegesichter wie Usain Bolt und Mario Balotelli sind für ihre unkonventionelle Art bekannt und sollen dem Sportartikelhersteller zu mehr Profil und Profit verhelfen.

Die Protagonisten sind unter anderem Marco Reus und Cesc Fabregas. Ein Teil der Werbekampagne wurde speziell für die sozialen Netzwerke ausgelegt. So konnte jeder Twitter-Nutzer mit dem Hashtag „Fastergraph“ eine personalisierte Autogrammkarte anfordern, welche binnen kürzester Zeit zur Verfügung gestellt wurde. Eine persönliche Widmung mit dem Twitter-Namen und die Unterschrift einer der Fußballer schmückte dann die Autogrammkarte. Die rebellischen „Troublemaker“, die Puma im TV-sport fordert, haben sich schnell dieser Aktion angenommen. Es dauerte nicht lange, bis sich die ersten Spaßvögel neue Twitter-Accounts anlegten. Plötzlich bedankte sich Marco Reus für Kokain und Cesc Fabregas für die Verbreitung von Ebola. Mit Twitter-Namen wie „Cocaine“ und „IspreadEbola“ bekamen die persönlichen Widmungen auf den Karten eine ganz neue Bedeutung. Das war so vom Sportartikelhersteller nicht gewollt und so reagierte er prompt. Nach nur einem Tag wurde die Aktion für die schnell ausgestellten Autogrammkarten beendet.

Ob Puma die Fastergraph-Aktion im Vorfeld nicht ausreichend durchdacht hat? Eines hat die Kampagne auf jeden Fall jetzt schon geschafft: Aufmerksamkeit.

Marco Reus Kokain