Wenn uns im Internet blinkende Offerten verfolgen, handelt es sich meist um personalisierte Werbung. Der eine findet dadurch das, was er schon lange gesucht hat, der andere ist genervt von solch aufdringlichen Angeboten.

So funktioniert personalisierte Werbung

Heutzutage ist keiner mehr überrascht darüber, dass auf einer besuchten Internetseite Werbung für das neue Buch der Lieblingsautorin erscheint, wurde es doch gestern erst im Online-Shop bestellt. Mit Zufall hat das alles nichts mehr zu tun. Durch bereits getätigte Suchanfragen bei Suchmaschinen, durch das Profil bei Facebook oder Google+ und durch das Stöbern in Online-Shops werden die Nutzerpräferenzen ermittelt und uns personalisierte Werbungsanzeigen auf den Bildschirm geschickt. Dabei unterscheidet man die implizite und explizite Personalisierung. Während der Nutzer für die explizite Erfassung die Eingabe selbst vorgenommen hat, beispielweise in einem Online-Handel, wird bei der impliziten Personalisierung das Verhalten des Users, meist unbemerkt, analysiert und interpretiert. Das Ergebnis ist in beiden Fällen gleich: maßgeschneiderte Werbung, die dem Kunden gefallen und zum Kauf verleiten soll.

Die Schwachstellen der personenbezogenen Anzeigen

Leider weist das Prinzip der personalisierten Werbung noch einige Schwachstellen auf, die sie oft plump und nervig wirken lassen. Ein Defizit ist, dass oftmals Anzeigen aufleuchten, die ein Produkt anpreisen, welches bereits Tage vorher in den Warenkorb landete. Für den Werbenden macht diese Offerte keinen Sinn und für den Nutzer erscheint sie ebenfalls wertlos und im schlechtesten Fall sogar aufdringlich. Ein weiterer Schwachpunkt ist bei der Interpretation und Filterung der Nutzerpräferenzen auszumachen. Wenn ein Nutzer beispielsweise für seine Großeltern ein Geschenk bestellt, ist er es spätestens am nächsten Tag leid, ständig zum Kauf von Heizdecken gedrängt zu werden. Eine Fehleinschätzung des Internetnutzers tritt vor allem bei der impliziten Präferenzermittlung auf. Aktivitäten auf sozialen Netzwerken werden dabei schlichtweg falsch gedeutet. Wird beispielsweise der Wohnsitz spaßeshalber in eine Region, in der viele Frauen Kopftücher tragen, verlegt, ist eine personalisierte Werbung, die auf Kopftücher ausgerichtet ist, nicht selten.

Bitte keine Werbung einblenden

Wer sich seiner Privatsphäre beraubt fühlt, wünscht personalisierte Werbung nicht, unabhängig vom Inhalt dieser. Wer jedoch durch die Anzeigen auf die älteste Verfilmung eines Klassikers stößt, deren Existenz bis dato unbekannt war, wird sich freuen über die Offerte am Rand der Internetseite. So oder so bleibt das Thema ein strittiges und jeder User kann und muss selbst entscheiden, ob personalisierte Werbung für ihn Fluch oder Segen ist.