Nicht zum ersten Mal versucht ein kleines Netzwerk den Riesen Facebook auszustechen. Mit Ello geht ein neuer Kandidat an den Start. Die Devise ist: einfach und ohne viel Schnickschnack User aktivieren.

Ello.co empfängt seine Nutzer mit einem anthrazitfarbigen Bildschirm, 16 bunten Kreisen mit den Lieblingsusern und dem Hinweis „Ello is invite only“. Man benötigt also eine Einladung um den Netzwerk beizutreten. Ein Hauch von Exklusivität weht durch die sonst sehr einfach aufgebaute Website. Mit dem Slogan: „simple, beautiful & ad-free“ möchten es die Betreiber von Ello mit Facebook aufnehmen. Zwar ist die Internetpräsenz von Ello im schwarz-weiß-Design mit wesentlich weniger Funktionen ausgestattet als Facebook, aber dafür soll auch die Werbung fern bleiben. Der Nutzer soll nicht wie Ware verkauft werden, wie Kritiker es oft Facebook vorwerfen. Dabei steht die Privatsphäre im Vordergrund, die nicht für Geld an Werbende weitergegeben werden soll. Im Rahmen dessen müssen Ello-Nutzer nicht auf ihren Profilbildern zu sehen sein und auch nicht ihren richtigen Namen angeben. Außerdem verzichtet Ello komplett auf das Einblenden von Werbung.

Die Einladungen um Ello beizutreten, kann man via Mail beantragen oder über Twitter erhalten. Mittlerweile gibt es 30.000 Neuanmeldungen pro Stunde und das Netzwerk wächst und wächst. Vor allem kreative Menschen scheinen auf dem neuen sozialen Netzwerk vertreten zu sein. Der Zeitpunkt für die Attacke auf den Internet-Giganten ist gut gewählt. Gerade jetzt, wo Facebook mehr und mehr in die Kritik rückt, wandern viele Facebook-Abgänger zu anderen Netzwerken über. Wer das tut, muss sich erstmal umgewöhnen. Die unbunte Plattform hat längst nicht so viele Funktionen wie Facebook und setzt eher auf sein cooles Image. So werden Nicht-Freunde als Noise bezeichnet und die Hilfe-Sektion heißt WTF (what the fuck). Wer sich das Ello-Manifest durchliest und am Ende den Haken bei „ablehnen“ setzt, der wird direkt zur Internetpräsenz von Facebook weitergeleitet.

Ob der Neuling sich wirklich als Facebook-Alternative etablieren kann, ist jedoch fraglich. Schließlich ist Ello nicht das erste Netzwerk, das es mit dem Internet-Riesen aufnehmen wollte. Bisher sind alle Herausforderer von Facebook gescheitert.

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